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1950er Jahre: Seminar Marienhöhe mit Aufbaugymnasium ab 7. Klasse und Internat

Im Sommer 1948 erhält der Schulträger die Marienhöhe aus den Händen der Besatzungsmacht zurück. Die internationale Flüchtlingsorganisation beginnt Grundstück und Gebäude zu räumen. Zurück bleiben ein verwahrlostes Gelände und verräucherte, verschmutzte Gebäude.

Im August 1948 treffen 25 zukünftige Theologiestudenten ein. Die meisten von ihnen verstehen etwas von handwerklicher Arbeit. Sofort wird mit Wiederaufbau-, Sanierungs- und Reinigungsarbeiten begonnen.

Am 2. Oktober 1948 findet die feierliche Wiedereröffnung der Marienhöhe statt, nachdem die neue Schulaufsichtsbehörde ihre Genehmigung zur Aufnahme des Schulbetriebs erteilt hat. Begonnen wird mit den Lehrgängen theologische Ausbildung (Predigerseminar), Haushaltungsschule und Krankenpflegevorschule. Auch die Werkstätten werden wieder eröffnet.

M. Undritz unterrichtet Anatomie des Menschen. (1948)

Zu Anfang des Schuljahres 1949/50 genehmigt die hessische Landesregierung dem Schulträger, mit der 1. Klasse (7. Schuljahr) eines neuen Aufbaugymnasiums auf der Marienhöhe zu beginnen - eine weitsichtige Entscheidung. Damit war die Grundlage für den gegenwärtigen Status als Schulzentrum gelegt.

Amerikanische Pioniere helfen den Platz vor dem Neubau des Gymnasiums zu planieren.

Im Dezember 1949 findet die Grundsteinlegung für das neue Unterrichtsgebäude statt, in dem die Klassen des Aufbaugymnasiums Platz finden sollen. Es wird sich an der Westseite des Geländes im rechten Winkel zum Hauptgebäude erstrecken. Der Vorsteher des Süddeutschen Verbandes der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, G. Seng, legt die Urkunde in das Mauerwerk.

Das Richtfest für das Gymnasiumsgebäude wird am 29. August 1950 gefeiert.

Im Schuljahr 1950/51 beziehen die zwei Anfangsklassen des Aufbaugymnasiums ihr neues Klassengebäude. Auch die Handelsschule wird 1950 wieder eingerichtet.

Die Schülerzahl wächst ständig. 1949 waren es 60, im Jahr 1952 schon 160.

Physikunterricht bei H. Schmidt - schon im neuen Gymnasiumsgebäude.

Im Schuljahr 1952/53 wird eine von der Wehrmacht auf dem Gelände zurückgelassene Baracke als Wohnheim für die Theologiestudenten eingerichtet, die eines Tages, während fast alle Bewohner abwesend sind, niederbrennt. Viele verlieren ihre gesamten Habseligkeiten. Die Predigerschüler werden vorübergehend im "Alten Schülerheim" (Jungenheim) untergebracht. Die Mädchen wohnen in den oberen Stockwerken des Haupthauses.

Die Brandursache konnte nicht festgestellt werden. In den Trümmern des Schülerwohnheims fanden sich zwei Buchseiten aus Schillers "Glocke": "Was Feuers Wut ihm auch geraubt, ein süßer Trost ist ihm geblieben: er zählt die Häupter seiner Lieben, und sieh! im fehlt kein teures Haupt."

An der Stelle, wo die Baracke gestanden hat, wird ein dreistöckiges, stabiles Gebäude errichtet, das "Neue Schülerheim", das gegenwärtig als Internat für die Mädchen genutzt wird.

Im Frühjahr 1955 findet die erste Abiturprüfung auf der Marienhöhe statt. Drei Schülerinnen und dreizehn Schüler nehmen daran teil. Sie bestehen alle und hinterlassen einen guten Gesamteindruck.
 
Das erfolgreiche erste Abitur und die volle Klassenzahl führen nun auch zur staatlichen Anerkennung des Aufbaugymnasiums in Hessen. Im Schuljahr 1956/57 folgt die staatliche Anerkennung in der Bundesrepublik. Die Schülerzahl wächst auf 300.