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Bewegte Schule - das Lehrerraum-Prinzip

Lehrerin Charlotte Freund mit ihrer Klasse

Montag 8.15 Uhr: Es klingelt. Die erste Schulstunde ist zu Ende. Wo ich vor einiger Zeit noch hektisch meine Unterrichtsmaterialien einpackte, um rechtzeitig zur zweiten Stunde in einem anderen Raum zu sein, entsteht für kurze Zeit Ruhe, ja sogar Stille im ehemaligen Klassenzimmer, das sich nun Lehrer-Raum nennt. Diese Zeit, so habe ich persönlich herausgefunden, lässt sich auf verschiedene Weise wunderbar nutzen. Ob man nun schon mal mit einem Tafelbild für die kommende Stunde anfängt, Ordnung in seine Materialien bringt, oder auch einfach nur tief durchatmet. Auch die Möglichkeit, „seinen“ Raum frei gestalten zu können, ist etwas ganz Tolles. So entstehen fachspezifische Räume mit persönlicher Note, eine Atmosphäre, in der ich mich, aber auch meine Schüler sich wohlfühlen können.

Auch für die Schülerinnen und Schüler hat es durchaus Vorteile, alle 45 Minuten, spätestens aber jedoch alle 90 Minuten, auf Wanderung zum nächsten Lehrer-Raum zu gehen. Viele Materialien können im jeweiligen Raum verbleiben und müssen nicht hin und hergeschleppt werden. Außerdem ist es für sie nun leichter, uns anzusprechen, da sie ja im Regelfall wissen, welcher Lehrer sich nun in welchem Raum befindet.

Man liest in Bezug auf das Lehrer-Raum-Prinzip häufig von Befürchtungen, dass es zu Gedränge auf den Gängen kommen könnte oder dass Schülerinnen und Schüler zu spät zum Unterricht erscheinen würden, da sie ja erst noch zum nächsten Raum laufen müssen. Auch dass nun das Lehrerzimmer verwaist sei, da die Lehrkräfte nun in ihren Räumen verweilen und der gemeinsame Austausch unter Kollegen nicht mehr stattfinden würde. Alle diese Befürchtungen haben sich nach meinen Erfahrungen nicht bestätigt.
Für mich persönlich hat das Lehrer-Raum-Prinzip viele Vorteile für den Lehr- und Lernerfolg und ist ein Konzept, welches sich lohnt beizubehalten.