Medienkonsum steuern
von Kindern und Jugendlichen: Vortrag Mittwoch 19:00 Uhr in der Aula mit Sonja Krümmel

Schule fürs Leben

Dr. Christian Noack, Schulleiter

Bildung als Berufsvorbereitung

Schulen haben die Aufgabe, Wissen und Können zu vermitteln, das dazu befähigt, moderne Berufe sachgemäß und professionell ausüben zu können. Berufsvorbereitung ist in jedem Fall eine wichtige Dimension schulischer Erziehung. Darum legen wir viel Wert auf die differenzierte Beherrschung der Kulturtechniken Sprechen, Schreiben, Lesen und Rechnen; ebenso auf altersangemessene Kompetenzen im Umgang mit den Grundzügen gegenwärtiger Erkenntnis in den sprachlichen, musischen, gesellschaftswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern. Der Lebensweltbezug spielt bei uns im Fachunterricht eine wichtige Rolle, damit Schülerinnen und Schüler die Relevanz der Lerninhalte im Blick behalten können.

Bildungsstandards und Kompetenzen machen fit für das Erwachsensein
Was an Allgemeinbildung gebraucht wird und von Schulen vermittelt werden soll, das definieren mittlerweile Bildungsstandards mit ihren Kompetenzstufen. Schaut man sich diese Beschreibungen z. B. im neuen hessischen Kerncurriculum genauer an, so umfasst Bildung aber nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch personale, soziale, kommunikative und methodische Kompetenzen. Wenn sie in der Schule erworben werden, so wird die nachfolgende Generation - das ist unsere Zuversicht - in der Lage sein, sich selbständig in der zukünftigen Welt zu orientieren und Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Auch in der Klassenlehrerstunde, die auf der Marienhöhe durchgängig bis zur Q-Phase der Oberstufe in der Stundentafel verankert ist, wird unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, personale und soziale Kompetenzen zu trainieren.

Persönlichkeitsprägende Bildungserfahrungen

Im deutschen Wort „Bildung“ schwingt noch mehr mit. Es geht uns darum, dass junge Menschen auf dem Weg zum mündigen Erwachsensein persönlichkeitsprägende sinnerfüllte Bildungserfahrungen machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass man seine körperlichen und künstlerischen Fähigkeiten ausbilden kann. Zur Bildung gehört weiterhin die Entdeckung der nahen und fernen Welt durch Exkursionen, Fahrradtouren, Reisen, Studienfahrten.

Aber nicht nur die äußere Welt, auch die inneren Welten der Menschen sind zu entdecken. Jugendliche lernen in Freundschaften eigene Gefühle und die Gefühle anderer genauer kennen; sie setzen sich mit unterschiedlichen Weltbildern und unterschiedlichen Religionen auseinander. Sie entwickeln ihren Geschmack, was Musik, Filme, Kunst, Architektur oder Literatur betrifft. Als Lehrerinnen und Lehrer möchten wir für diese vielfältigen sinnorientierten Bildungsprozesse in den unterschiedlichen Fächern Anregungen und Vertiefungsmöglichkeiten geben. Wir stehen hier in der Tradition deutscher humanistischer Bildung.

Religion als Bildungserfahrung

Als christliche Schule liegt uns dann noch eine weitere und, wie wir meinen, tiefe Bildungserfahrung am Herzen, die Bildung des religiösen Lebens der jungen Menschen. Wir bieten ihnen eine Schulkultur, die ihnen die Chance gibt, zu einem eigenen Erleben und Verstehen ihrer selbst zu gelangen und zu einer Gewissheit über ihre von Gott gewollte Bestimmung: „Du bist von Gott geliebt und befähigt.“

Auf der Marienhöhe steht Jugendlichen diese besondere Bildungserfahrung offen. Sie bewegen sich dazu in einem toleranten Umfeld, das Glauben und Nichtglauben, Christlichkeit und säkulare Weltlichkeit ins Gespräch bringt. Sie nehmen an einem Schulalltag teil, der Begegnung mit Religion in einem freikirchlichen, adventistischen Kontext ermöglicht: u.a. Morgenandacht in der Schule, Religionsunterricht, Schulgottesdienste, gläubige Lehrer und Mitschüler, Teilnahme an karitativen Aktionen, die von christlichen Werthaltungen geprägt sind.

Herzensbildung

Welche Bildung aber vermittelt die Begegnung mit Gott? Es handelt sich um Herzensbildung. Das Evangelium erzählt von Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Jesus Christus hat sich für uns Menschen hingegeben, um uns ein neues, ewiges Leben bei Gott zu schenken. Gott führt uns dabei zur Erkenntnis, dass wir durch die Anfechtung des Bösen gefährdet sind.

Die Beziehung zu Gott vertieft die Fähigkeit, verantwortungsvoll mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Wer sich von Gott angenommen und bei ihm geborgen weiß, kann Abstand zu kränkenden Lebenserfahrungen wie Misserfolg, Verlust, Ablehnung und Scheitern finden, und damit Freiheit. Gelungen und wertvoll ist das eigene Leben eben auch dann, wenn manche selbst gesteckten Ziele nicht erreicht werden können.

Gottes Liebe zu allen Menschen macht uns Menschen schließlich kritikfähig gegenüber gewaltbereiten Orientierungen wie z. B. Rassismus, Nationalismus oder Fundamentalismus.