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1924-1939 – Seminar Marienhöhe mit Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung

Handelsschülerinnen 1933

1924 kauft der Deutsche Verein für Gesundheitspflege im Auftrag der Siebenten-Tags-Adventisten das Gelände. Die Behörden genehmigen die Einrichtung einer Missionsschule. Im Frühjahr 1925 beginnt am „Seminar Marienhöhe“ der Unterricht verschiedener Ausbildungsgänge:  Predigerseminar (für angehende Pastoren und Missionare), dazu eine Handelsschule, Haushaltungsschule, Krankenpflege-Vorschule und bald auch ein Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung (das Abitur musste dann an einem Darmstädter Gymnasium extern abgelegt werden) und Deutsch für Ausländer.

Die Schülerzahl steigt bis auf 230. Vorbildlich bis heute ist der Mut, nicht nur eine, sondern mehrere Schulformen anzubieten. War damals die Marienhöhe ein ganzheitlich ausgerichtetes „Ausbildungszentrum“, so ist sie heute ein „Schulzentrum“, zu dem seit 2010 auch erstmals eine Grundschule gehört. Schulentwicklung auf der Marienhöhe bedeutet, neue Ausbildungs- oder Schulzweige einzurichten und auf ihre Attraktivität hin zu testen.

Schulleiter H. Erzberger verabschiedet die nationalsozialistischen Beamten der Schulbehörde, die ihm das Verbot die Schule weiterzuführen überbrachten.

Im Jahr 1933 wird die Schule durch die Geheime Staatspolizei geschlossen. Bücher und Geld wurden beschlagnahmt, die Lehrsäle, die Büroräume und die Druckerei versiegelt. Die Schüler mussten sofort nach Hause fahren. Nach sieben Wochen wurde das Schulverbot aufgehoben.

Im Jahr 1934 schließt die Marienhöhe den Predigerlehrgang, 1936 auch den Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung. Die Schülerzahl sinkt beträchtlich.
Zum 1. April 1939 entscheidet sich der Schulträger auf Empfehlung der staatlichen Schulbehörde, die Schule zu schließen, da die geringe Schülerzahl das Weiterführen des Schulbetriebs nicht rechtfertigt.

Das Gelände bleibt noch zwei Jahre in der Hand des Schulträgers und dient erholungsmäßigen Zwecken. Einer der Schulbetriebe, die Matratzenherstellung, läuft noch einige Zeit weiter.

1941 wird die Schule beschlagnahmt, die Wehrmacht zieht in die Gebäude ein. Eine sehr traurige „Schulentwicklung“.